Einen neuen vielversprechenden Therapieansatz gegen BSE haben Forscher der Ludwig-Maximilians- Universität München, der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried entwickelt. Das Team um Hans Kretzschmar konnte bei Mäusen den Verlauf von Scrapie, einer Variante des Rinderwahnsinns, deutlich verlangsamen.
Scrapie, BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit werden nicht durch Bakterien oder Viren ausgelöst, sondern von krankhaft veränderten Eiweiß-Molekülen, den Prionen. Diese stecken gesunde Moleküle in einer Kettenreaktion an und lagern sich im Gehirn ab: Das Hirngewebe wird zerstört, der Erkrankte stirbt.
Um diese Kettenreaktion zu unterbrechen, griffen die Wissenschaftler zum Verfahren der „RNA-Interferenz”. Damit können in Organismen gezielt einzelne Gene abgeschaltet werden, die beispielsweise ein bestimmtes Protein produzieren. Bei Mäusen mit Scrapie heißt das krankmachende Protein PrPSc, sein gesunder „ Zwilling” PrPC. Die Forscher stellten nun fest, dass die Tiere auch ohne die Produktion von PrPC völlig gesund waren. Daher drosselten sie mit der RNA-Interferenz die Bildung des Proteins, sodass sich die kranken Moleküle nicht mehr so schnell ausbreiten konnten. Behandelte Mäuse überlebten die Infektion rund 230 Tage lang, unbehandelte Nager starben dagegen im Schnitt schon nach 170 Tagen.





