Ich recherchierte und fand Überraschendes (überraschend jedenfalls für jemanden, der sich bis dahin nicht sonderlich mit dem Thema befasst hat). Es war eine Information, die in einem eher nebensächlichen Absatz eines Artikels stand: In den Abraumhalden findet sich eine “neue, eine Art zweiter Artenvielfalt”. In den stillgelegten Steinbrüchen siedeln sich Uhus an.
Was folgte war ein Anruf bei der EGE, der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. Und wunderbar: Es gab eine Verabredung mit Herrn Brücher und die Zusage, dass ich ihn einen Tag lang im Mai begleiten dürfe, wenn er die jungen Eulen beringt. Yeah!
Und dann – um jetzt mal einen Sprung zu machen – hielt ich an einem Tag Ende Mai plötzlich einen jungen Uhu in der Hand. Ganz kalt, klamm und nur halb so groß wie seine zwei Geschwister. Was man in so einem Moment fühlt? Und was wir mit dem Jungvogel gemacht haben? Sorry: Aber das verrate ich jetzt hier nicht. Okay, aber nur so viel: Man hat schon durchaus fürsorgliche Gefühle… Dieses kleine schutzlose Ding! Ich suche noch immer die richtigen Worte. Die Reportage folgt übrigens in einer der nächsten Ausgaben von natur. Bis dahin vertage ich jetzt mein Staunen und meine Sprachlosigkeit.
Aber natürlich war ich nicht nur in der Vulkaneifel, um Eulen zu suchen. Ich habe auch mit einem Abbau-Unternehmer gesprochen: Es ging um die lange Geschichte der Lavaförderung in der Region, die – fast möchte man schreiben: natürlich – schon mit den Römern begann. Über die außergewöhnlichen Eigenschaften dieses urzeitlichen Gesteins und über die Zukunftsaussichten einer Branche, die – wie er sagte – sich durchaus dem gewandelten Zeitgeist anpassen muss. Aber auf die man eben auch nicht verzichten könne. Nicht nur der Arbeitsplätze wegen. Sondern auch weil jeder Mensch jährlich eine Tonne Steine verbrauche, vom Häuserbau bis zur Zahnpasta.
Und schließlich habe ich am Ende der Recherche im Landkreis Vulkaneifel – der tatsächlich so heißt – Naturschützer getroffen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass noch in Jahrzehnten immer neue Kuppen abgetragen werden sollen. Es waren übrigens nicht die sogenannten Wutbürger, sondern ein Professor der Biologie, sowie Bürger, die sich seit Jahrzehnten für ihre Landschaft einsetzen. Und als ich sah, welche Berge alle betroffen sein könnten, da war bald klar: Das hier – der geplante Abbau der Vulkanberge – ist tatsächlich ein Thema, über das wir in natur schreiben müssen. Also Kollegen: bitte einplanen!




