Da bekam es auch der Angstforscher mit der Angst zu tun: Er saß mit einem Flugangst-Patienten hinten in einer kleinen Maschine, als der Pilot plötzlich die Klappe im Boden öffnete – denn das war die Vorstellung des Flugkapitäns von einer Konfrontationstherapie.
Jürgen Margraf kann viele solche Anekdoten erzählen. Er wurde schon mit 34 Jahren Professor für Klinische Psychologie an der Universität Münster und lehrte dann in Berlin, Dresden und Basel. 2010 lockten ihn fünf Millionen Euro von der Humboldt-Stiftung zurück nach Deutschland. Im Rahmen seiner neuen Professur in Bochum untersucht er heute, welche Lebensumstände darüber entscheiden, ob ein Mensch psychisch krank wird oder gesund bleibt. Und er setzt sich dafür ein, dass die Erkenntnisse der Forschung den Patienten zugutekommen. Mit seiner Frau, der Psychologie-Professorin Silvia Schneider, veröffentlichte er 1989 das erste deutsche Therapie-Manual – ein Bestseller, der immer wieder neu aufgelegt wird. Der 56-Jährige, der gerade zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gewählt wurde, berät viele Therapeuten.





