Ofer Lahav und Oystein Elgaroy haben theoretische Berechnungen zur Verteilung der Galaxien in Abhängigkeit von der Neutrinomasse mit den Ergebnissen der so genannten 2dFGRS-Vermessung am Anglo-Australian Observatory im australischen New South Wales verglichen. Die Forscher der 2dFGRS-Gruppe haben mit 220.000 Galaxien den bisher größten Katalog mit Daten zur dreidimensionalen Verteilung von Galaxien im Raum zusammengetragen.
Zwei Schlüsse konnten Lahav und Elgaroy ziehen: Die Neutrinomasse beträgt höchstens den Milliardstel Teil der Masse eines Wasserstoffatoms und Neutrinos tragen zu höchstens 20 Prozent zur dunklen Materie im Universum bei. “Dunkle Materie” ist die bisher unentdeckte Materie, auf deren Existenz die Astronomen aufgrund ihrer Schwerkraftwirkung schließen.
“Unser Resultat widerspricht nicht den neueren Ergebnissen der Experimente der Teilchenphysik”, sagt Elgaroy. Teilchenphysiker hatten eine Neutrinomasse von etwas weniger als einem Milliardstel Teil der Masse des Wasserstoffatoms gefunden. “Wenn in den kommenden Jahren die Vermessungen einiger Millionen Galaxien abgeschlossen sein werden, werden wir die Neutrinomasse in engeren Grenzen bestimmen können”, so Elgaroy weiter.
Und Lahav fügt hinzu: “Die neuen kosmologischen Daten dokumentieren, dass das Universum ein mysteriöser dunkler Ort ist. Es besteht offenbar aus vier Dingen, von denen drei ziemlich exotisch sind: aus gewöhnlicher Materie, aus Neutrinos, aus anderen Arten dunkler Materie und aus dunkler Energie, die Einstein ursprünglich in Form der kosmologischen Konstante eingeführt hatte.”




