Bis heute ist die Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin Josephine Baker vor allem für ihre exotischen Auftritte im Bananenrock Mitte der 1920er Jahre bekannt. Mona Horncastle beleuchtet in ihrer lesenswerten Biographie die Aspekte, die unbekannt oder in Vergessenheit geraten sind. Sie schildert den Ausweg, den der Schritt auf die Bühne und nach Europa für die im Slum von St. Louis aufgewachsene Baker bedeutete. Das Buch bietet Einblick in die rasante Karriere eines der ersten schwarzen Stars, der von Paris aus die Welt eroberte, jedoch dem globalen Rassismus nie ganz entkommen konnte.
Um 1930 wandelte sich die bisexuelle Diva und Tierfreundin zunehmend zur ernsthaften Künstlerin und engagierte sich für die Gleichberechtigung aller Menschen. Während des Zweiten Weltkriegs blieb sie in Europa, wirkte im französischen Widerstand und setzte nach 1945 ihren Kampf für Toleranz fort. Sie adoptierte zwölf Kinder aus aller Welt, um zu zeigen, dass eine Erziehung möglich sei, die kulturelle Unterschiede überwinden könne. Das spannende Buch führt nicht nur durch das faszinierende Leben Bakers, sondern auch durch die kulturellen und politischen Umbrüche sowie den Wandel der Unterhaltungsindustrie im 20. Jahrhundert.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Mona Horncastle
Josephine Baker
Weltstar. Freiheitskämpferin. Ikone
Piper Verlag, München 2025, 254 Seiten, € 14,–




