Um sich das Prinzip zu verdeutlichen, kann man ein geschältes gekochtes Ei auf drei spitze Nadeln legen. Dabei wird das Ei zumindest „Stichwunden“ davontragen, es kann aber auch sein, dass es vollständig durchbohrt wird. Füllt man dagegen den Zwischenraum zwischen den Auflagepunkten mit zahlreichen weiteren Nadeln aus, passiert dem Ei nicht das Geringste.
Übrigens beruht auch ein anderer beliebter Fakirtrick auf reiner Physik: der Lauf über glühende Kohlen – selbstredend mit nackten Füßen. Dass eine solche Aktion dem Fakir schmerzfrei gelingt, beruht auf zwei Tatsachen: der geringen Wärmeleitfähigkeit von Kohle und dem flotten Tempo beim Laufen. Denn anders als man vermuten würde, leitet Kohle Wärme nur schlecht. Selbst mit nackten Füßen kann man ein Weilchen darauf stehen bleiben, bevor man die Hitze spürt. Aber genau das tut der Fakir nicht. Vielmehr läuft er so zügig über den glühenden Untergrund, dass die Gesamtzeit, in der die Haut seiner Füße mit den Kohlen in Kontakt kommt, bei einem typischen Feuerlauf kaum mehr als eine Sekunde beträgt. Das reicht für eine Schmerz auslösende Wärmeleitung nicht aus. Hinzu kommt, dass die dünne Ascheschicht, die zwischen Kohle und Haut entsteht, als Isolator wirkt und die Temperaturleitung noch weiter verschlechtert.





