Kepler war ein NASA-Satellit, der von 2009 bis 2018 etwa 150.000 Sterne in unserer galaktischen Nachbarschaft beobachtete. Diesen Langzeitaufnahmen von Sternenlicht kann man entnehmen, ob Teile eines Sterns regelmäßig von Planeten verdeckt werden. Unter guten Umständen kann man auch die Größe des Planeten, seine Nähe zum Mutterstern und die Umlaufzeit bestimmen. Der Kepler-Satellit hat während seiner Mission mehr als 4000 „Exoplaneten“ gefunden: kleine und große, heiße und kalte, und auch einige, deren Größe und Umlaufbahn denen der Erde ähneln.
Wissenschaftler haben nun ihre Aufmerksamkeit auf den nächsten Schritt gerichtet. Sie wollen herausfinden, wie die Atmosphäre der Exoplaneten aufgebaut ist. Sie können das entweder tun, indem sie Licht untersuchen, das am Rande der Planeten die Atmosphäre passiert, oder indem sie direkt schauen, was von der Planetenoberfläche abgestrahlt wird. Dazu gibt es bisher nur wenige Beobachtungen und die betreffen fast alle große, heiße Planeten, die eng um den Mutterstern kreisen. Dann lässt sich die Atmosphäre nämlich leichter beobachten.
Leider sind solche Planeten nicht sehr erdähnlich. Besser wäre es, die Atmosphäre von Planeten zu untersuchen, auf denen es vielleicht flüssiges Wasser gibt, sodass sich dort Leben ähnlich wie auf der Erde entwickelt haben könnte. Dazu darf der Planet aber nicht zu nahe an seiner Sonne sein. In Zukunft werden wir zweifelsohne mehr Daten für die Atmosphären solcher erdähnlichen Planeten erhalten, zum Beispiel von der Satellitenmission ARIEL, die die ESA für 2028 plant. Wissenschaftler hoffen, dabei in den Atmosphären von Exoplaneten Moleküle zu finden, die auf der Erde mit Leben verbunden sind: Sauerstoff und Methan, vielleicht sogar Chlorophyll. Bis zum Beginn der Mission ARIEL werden der NASA-Satellit TESS und das europäische Weltraumteleskop CHEOPS nach Exoplaneten suchen und deren Signale analysieren. Weitere geplante Missionen sind das US-amerikanische WFIRST-Weltraumteleskop, die europäische PLATO-Sonde sowie das James-Webb-Weltraumteleskop, das von NASA, ESA und der kanadischen Raumfahrtorganisation gemeinsam entwickelt und finanziert wird.
Aber selbst die Existenz von Sauerstoff und Chlorophyll wird uns nicht sagen, ob auf einem Exoplaneten intelligentes Leben existiert. Deshalb gibt es schon seit etwa 100 Jahren Bestrebungen, Signale aufzufangen, die technologischen Ursprungs sein könnten und sich nicht durch natürliche astrophysikalische Prozesse erklären lassen. In der Vergangenheit hat man hierzu hauptsächlich elektromagnetische Strahlung im Bereich der Radio- und Mikrowellen untersucht, zum einen weil sie auf der Erde gut zu messen ist und sich auch interstellar zur Kommunikation eignet, und zum anderen weil unsere eigene Zivilisation solche Strahlung aussendet. Gefunden hat man, bis auf einen gelegentlichen falschen Alarm, nichts.





