Irrtum 9
Eier erhöhen den Cholesterinspiegel
Nein. Zwar riet man jahrelang vom täglichen Frühstücksei ab, da es im Ruf stand, durch seinen hohen Cholesteringehalt (im Eigelb) Herzkrankheiten zu begünstigen. Doch heute weiß man es besser: Das Cholesterin aus der Nahrung hat kaum Einfluss auf das Cholesterin, das in den Adern schwimmt. Cholesterin bildet der Körper nämlich zum Großteil in der Leber selbst, weil der Stoff mannigfaltige Aufgaben im Körper innehat. Es dient zum Beispiel als Bausubstanz für Zellmembranen, Vitamin D und diverse Hormone. Cholesterin ist zudem das Vehikel, mit dem Fette von der Leber über die Blutbahn zu den Gefäßen transportiert werden. Bei einem Cholesterin-Überschuss, aus einem großen Omelette zum Beispiel, reduziert der Körper die Cholesterin-Neubildung in der Leber und schleust zusätzlich überschüssiges Cholesterin über den Darm wieder aus. Wie gut dieses System funktioniert, hängt zwar von der genetischen Ausstattung eines jeden Menschen ab. Bei manchen erhöht sich tatsächlich nach einer Eier-Speise das als schädlich geltende LDL-Cholesterin im Blut – allerdings so minimal, dass Mediziner diesem Effekt keine Bedeutung beimessen. Daten etwa aus der „Physicians’ Health Study”, einer Langzeit-Studie mit über 20 000 männlichen Harvard-Akademikern, belegen: Selbst wenn bei einem Menschen sechs Eier pro Woche auf dem Speiseplan stehen, hat das keinen Einfluss auf sein Herzinfarkt-, Schlaganfall- oder Mortalitätsrisiko.





