Ein Tumor, etwa in der Lunge, besteht aus einem Zellhaufen (Bild 1). Darin befinden sich oft Krebsstammzellen (grün), die in besonderer Weise zur Vermehrung befähigt sind. Aus ihnen entwickeln sich über das Stadium der Vorläuferzellen ausgereifte Krebszellen (blau), die die Masse des Tumors ausmachen. Dieser lockt Blutgefäße am, um die Geschwulst mit Blut und dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.
Wird der Tumor mit Medikamenten (Chemotherapie) oder Bestrahlung (Radiotherapie) bekämpft, sterben zwar die meisten Krebszellen, die Krebsstammzellen samt ihrer „Nische”, einer Umhüllung aus gesunden Zellen, haben jedoch eine große Chance, die Therapien zu überstehen (Bild 2). In der Krebsstammzellen-nische (vergrößert in Bild 3) herrscht ein sauerstoffarmes Milieu, in dem die Krebsstammzellen in einer Art Winterschlaf verharren. Er macht sie gegen die Chemotherapie resistent. Noch Jahre später können sie von dort über den Blutstrom ausschwärmen und an ganz anderer Stelle, etwa in der Leber, neue Geschwülste erzeugen (Metastasen, Bild 4). Es kann sich aber auch aus der Krebsstammzellennische an gleicher Stelle ein neuer Tumor (ein Rezidiv, Bild 5) entwickeln. Oft geschieht beides.
Wissenschaftler suchen jetzt nach Wegen, um die Krebsstammzellen gezielt zu bekämpfen – etwa indem sie diese „ aufwecken”, um sie für die konventionelle Krebstherapie empfindlich zu machen. Außerdem schneiden sie den Stammzellen die Blutversorgung ab oder hindern sie an der Wanderung durch den Körper.
Wie Krebsstammzellen entstehen, ist nicht genau bekannt. Die Forscher vermuten, dass sie aus normalen Gewebestammzellen hervorgehen, in denen sich genetische Veränderungen angesammelt haben. Auch mutierte Vorläuferzellen von beispielsweise Blut- oder Nervenzellen oder ausdifferenzierte Zellen, die aufgrund genetischer Veränderungen Stammzelleigenschaften zurückerworben haben, könnten der Ursprung von Krebsstammzellen sein.





