Für den raschen Wechsel zwischen zwei oder mehr Aufgaben ist in unserem Gehirn der präfrontale Cortex zuständig, eine Region, die sich erst spät in der Jugend entwickelt und zudem beim Älterwerden schon bald wieder zurückbildet. Das erklärt, warum speziell junge und ältere Menschen mit Multitasking massive Schwierigkeiten haben – auch wenn sie sich dessen vielleicht gar nicht bewusst sind. Untersuchungen beweisen, dass sich der ständige Wechsel zwischen mehreren Aufgaben gerade bei diesen beiden Altersgruppen negativ auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Aber auch Personen mittleren Alters sparen durch Multitasking – das ist ebenfalls das Ergebnis einer einschlägigen Studie – keineswegs Zeit. Im Gegenteil: Im Vergleich zu Probanden, die eine Mail schreiben und nebenbei eine einfache Rechenaufgabe lösen sollten, waren andere, die die beiden Aufgaben nacheinander erledigten, nicht nur schneller fertig, sie hatten auch signifikant weniger Fehler gemacht. Und eine Blutuntersuchung ergab zudem, dass ihr Körper erheblich weniger Stresshormone ausgeschüttet hatte. Ein Hauptproblem von Multitasking besteht nämlich in der sogenannten Restaufmerksamkeit: Während man gedanklich längst bei der neuen Aufgabe sein sollte, spukt einem die vorhergehende noch immer im Kopf herum. Letztlich arbeitet man daher an keiner der beiden Aufgaben mit voller Konzentration.





