Seit der Zeitenwende machte sich in Südostasien verstärkt indischer kultureller Einfluß bemerkbar – von der höfischen bis zur Volkskultur. Diesen Gemeinsamkeiten (aber auch Unterschieden) spüren wir von Birma über Thailand bis Kambodscha nach. Dabei gilt unsere besondere Aufmerksamkeit natürlich den eindrucksvollen Tempeln und Klöstern sowie ihren Schätzen. So einheitlich Südostasien jedoch in religiöser Hinsicht ist, so vielfältig sind die hier siedelnden Volksgruppen; vielen von ihnen werden wir in den von uns bereisten Staaten im Alltag begegnen.
Nicht zuletzt werden wir das Erbe des europäischen Kolonialismus entdecken. So finden sich etwa in der Altstadt von Rangun (Birma) noch sehr schöne Kolonialbauten aus britischer Zeit, während die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh als die schönste der während der französischen Kolonialzeit in Indochina erbauten Städte gilt. – Insgesamt also eine hochinteressante und anspruchsvolle Reise. Unser wissenschaftlicher Reiseleiter ist Prof. Dr. Manfried Dietrich (Universität Münster), der die Region von vielen Reisen bestens kennt. Auf seine Anregung geht die Zusammenstellung der Tour zurück. Von der DAMALS-Redaktion wird die Chefredakteurin Dr. Marlene P. Hiller die Reise begleiten.
Mit einem kurzen Zwischenstop in Bangkok fliegen wir zunächst nach Rangun, der Hauptstadt Myanmars (des früheren Birma). Dort erleben wir bei der 2500 Jahre alten Shwedagon-Pogade, in der acht heilige Haare des Buddha aufbewahrt werden, den er-sten der vielen zauberhafte Stimmungen schaffenden Sonnenuntergänge auf unserer Reise. Auch werden wir gleich mit dem Thema Fluß vertraut: Am nächsten Tag fahren wir – unter anderem – mit einem Boot zu der auf einer winzigen Insel in der Mitte des Flusses gelegenen Kyauktan-Pagode.
Der nächste große Programmpunkt ist Mandalay, einst die königliche Hauptstadt Birmas. Hier besuchen wir neben dem Palast und Klöstern die Kuthodaw-Pagode, die als das „größte Buch der Welt“ bezeichnet wird: Um den zentralen Stupa der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Pagode sind 729 Marmortafeln mit dem vollständigen Wortlaut der Lehrsätze des Buddha angeordnet.
Eine Fahrt auf dem Irrawaddy zur Glocke von Mingun, der mit 90 Tonnen größten hängenden Glocke der Welt, vermittelt Einblicke in das Leben am Fluß: Wir kommen an Fischer?dörfern, Feldern, Marktbooten und Wäschereien vorbei. Über Amara?pura, die „Stadt der Unsterblichkeit“, gelangen wir zur U-Bein-Brücke, einem langen, wackeligen Konstrukt aus Teakholz, das gegen Wind und Wellen gebogen ist.
Ein wahrer Wald an Monumenten erwartet uns in Sagaing, dem magno-lienbedeckten Hügel voller Tempel und Stupas – eine Einstimmung auf Pagan, wohin wir als nächstes fliegen. Pagan ist vermutlich das weitläufigste und zugleich dichteste Ruinengelände der Welt. Für die Besichtigung dieser Ebene, die mit Tausenden von Tempelruinen aus dem 9. bis 12. Jahrhundert gespickt ist, lassen wir uns zwei bis drei Tage Zeit.





