So sehr Heiterkeit und Kunst das Leben des Kindes und der Jugendlichen prägten, so sehr wird deutlich, dass dies alles – die großzügige Aufnahme junger Künstler, die glanzvollen Feste, die Reisen und Theaterbesuche – nur denkbar war durch den Reichtum des gleichfalls familieneigenen Bankhauses Oppenheim. Ein für ein Mädchen dieser Zeit liberaler Erziehungsstil und große persönliche Freiräume prägten Elses Lebensjahre bis zu ihrer Heirat, die sie nach Düsseldorf führte. Gern folgt der Leser der jungen Frau, die sich am neuen Ort zunächst in wesentlich bescheidenere Verhältnisse versetzt sah, sich aber bald kulturell engagierte. Zwar zogen mit Krieg und Cholera auch einmal dunkle Wolken am Himmel auf, doch von antisemitischen Ressentiments berichtet Else Sohn-Rethel, die 1933 starb, interessanterweise gar nichts.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




