Tropische Wirbelstürme bilden sich über den warmen Meeresgebieten äquatorialer Breiten und ziehen von dort aus im Bogen nach Norden oder Süden. Über dem Nordwestpazifik werden solche Stürme Taifune genannt, über dem Atlantik und Nordostpazifik Hurrikans, im Indischen Ozean und im Südwestpazifik wiederum Zyklone. Meistens sind diese Sturmwirbel nicht allein, sondern treten in Clustern auf. Denn in etwa 60 Prozent der Fälle entwickeln sich im selben Meeresgebiet zwei oder mehr Wirbelstürme gleichzeitig. Wenn dann solche Sturm-Cluster kurz hintereinander auf Land treffen, ist der Schaden besonders groß. Denn Küstenbewohner haben so nur sehr wenig Zeit, um sich von den Auswirkungen des ersten Sturms zu erholen. Die darauffolgenden Stürme hinterlassen dann meist eine noch größere Verwüstung.
Hotspot der Wirbelsturm-Cluster hat sich verschoben
Doch wie verändern sich die Wirbelsturm-Cluster mit dem Klimawandel? Bekannt ist, dass Tropenstürme durch die Erderwärmung intensiver werden, länger andauern und häufiger auftreten. Aber was bedeutet das für ihre Gruppenbildung? Das haben nun Klimaforscher um Zheng-Hang Fu von der Fudan Universität in Shanghai näher untersucht. Dafür werteten sie zunächst aus, wann und wo tropische Wirbelstürme seit 1979 aufgetreten sind. Diese Analyse ergab: Das nordwestliche Pazifikbecken erlebte in den letzten fünf Jahrzehnten tendenziell seltener Taifun-Cluster, im nordatlantischen Becken traten hingegen häufiger Hurrikan-Cluster auf als früher. Im Nordatlantik kommt es demnach heute mehr als doppelt so häufig zu Clustern wie noch vor knapp 50 Jahren, berichtet das Team. Der Hotspot der Wirbelsturm-Cluster hat sich demnach mit der Zeit verschoben.
Aber warum? In einem Computermodell simulierten die Forschenden, wie drei Faktoren jeweils die Entstehung tropischer Wirbelsturm-Cluster beeinflussen: die Häufigkeit von Stürmen, die Dauer jedes einzelnen Sturms und die Dauer der Sturmsaison. Das Ergebnis: Für viele Jahre stimmten die simulierten Werte gut mit den historischen Wetterdaten überein, doch in manchen Jahren wichen die Prognosen erheblich von der Realität ab. Demnach sind dies die drei Basisfaktoren, die die Clusterbildung steuern: Weil Wirbelstürme mit dem Klimawandel häufiger werden und länger andauern, treten auch öfter Cluster auf. Das gilt insbesondere für Meere mit kurzer Wirbelsturm-Saison, wie den Nordatlantik, erklären Fu und seine Kollegen.
Die Befunde zeigen aber auch, dass das verwendete Statistik-Modell die Wahrscheinlichkeit von tropischen Wirbelstürmen noch unterschätzt und noch weitere bestimmende Faktoren fehlen – weil es die Stürme eines Clusters einzeln betrachtet. Die Stürme eines Clusters treten jedoch nicht immer rein zufällig gleichzeitig auf, sondern sind manchmal miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Das Team um Fu hat daher daraufhin nach Faktoren gesucht, die diesen Zusammenhang erklären. Dafür werteten sie Daten aus den Jahren noch einmal genauer aus, in denen ihr einfaches Statistik-Modell versagt hatte.





