Detailliert und sorgfältig recherchiert behandelt der Autor den erschreckenden Werdegang des Hallenser Musikersohnes zum Massenmörder und Schreibtischtäter, der im Ausland schon während des Krieges allein durch sein Äußeres zum Sinnbild des brutalen, „arischen“ Nationalsozialisten wurde. Dederichs nähert sich zwar der Persönlichkeit Heydrichs durch genaue Quellenanalyse und Befragung von Zeitzeugen an, kann aber letztlich keine schlüssige Erklärung für dessen Verbrechen liefern – statt die Banalität des Bösen zu enttarnen, wird Heydrich durch einige Äußerungen von Befragten gar weiter dämonisiert.
Rezension: Böhles, Marcel




