Eine Herzdruckmassage hilft bei Herzstillstand mindestens so gut wie die gängige Mund-zu-Nase-Beatmung – selbst wenn Laien die Erste Hilfe leisten. Dies schließen die US-Mediziner um Alfred Hallstrom von der Universität Washington aus ihrer Studie an einer Rettungsleitstelle in Seattle.
Notfall: Das Herz setzt aus. Ein zufällig Anwesender ruft die Rettungsleitstelle an. Die Spezialisten dort geben ihm eine telefonische Anleitung zur Soforthilfe: Entweder soll der Helfer nur eine Herzdruckmassage oder eine Massage plus Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen. Die US-Forscher fanden, daß bei Massage allein mehr Menschen überleben, als wenn sie zusätzlich beatmet werden. Hallstrom empfiehlt darum insbesondere unerfahrenen Ersthelfern, das Herz nur durch rhythmisches Pressen des Brustkorbes zu reaktivieren.
Die Massage ist nicht nur wirkungsvoller als eine Beatmung. Viele Helfer trauen sich eine Mund-zu-Nase-Beatmung schlicht nicht zu. Nur 15 Prozent fühlen sich nach einem Erste-Hilfe-Kurs dazu fähig. Eine Herzdruckmassage dagegen meinen 68 Prozent meistern zu können. Zusätzlich befürchten einige Helfer bei einer Mund-zu-Nase Beatmung Infektionen.
So kann wertvolle Zeit verstreichen. Die ist aber noch wichtiger als die Wiederbelebungsmethode selbst: Bereits acht Minuten nach einem Herzstillstand ist die Überlebenschance des Opfers siebenmal kleiner als bei sofortiger Hilfe.
Ulrich Fricke





