von CLAUDIA EBERHARD-METZGER
Das Herz schlägt zwei Zentimeter unter der Haut, leicht nach links versetzt hinter dem Brustbein zwischen der zweiten bis fünften Rippe. Es ist ein perfekt konstruierter Muskel, eine kräftige, nahezu wartungsfreie Pumpe, gebaut für den Dauerbetrieb. Das Herz beginnt früh zu arbeiten, kaum ist das Leben entstanden: Bereits vier Wochen nach dem Zusammentreffen einer Ei- mit einer Samenzelle hat sich das Herz aus einem simplen Gefäßschlauch zu einem komplexen Organ entwickelt, das eigenständig und unermüdlich pumpt und bis zum Ende des Lebens nicht mehr damit aufhört. Im erwachsenen Körper bewegt das Herz pro Stunde rund 300 Liter Blut, das sind 7200 Liter pro Tag, über 2,5 Millionen Liter im Jahr und 180 Millionen Liter in einem 70-jährigen Leben. Das ist eine enorme Arbeitsleistung für den gerade einmal rund 300 Gramm schweren Muskel, für die er – wie alle Muskeln des Körpers – Energie braucht. Für die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen sind Gefäße zuständig, die sich um den Herzmuskel schmiegen: die Herzkranzgefäße. Die Natur hat das Herz als robustes Hochleistungsorgan konzipiert, dennoch setzt dem leistungsstarken Motor im Lauf des Lebens einiges zu – das Alter zum Beispiel oder Infektionen. Anderes tun wir selbst dem Herzen an: Rauchen etwa, zu viel Alkohol, zu fettes Essen, zu wenig Bewegung – und infolge all dessen Übergewicht und ein dauerhaft zu hoher Blutdruck.





