Von TIM SCHRÖDER
Wer an Land als Tier dominiert, ist meist größer, schneller oder stärker. Im Meer ist das anders. Der wahre Herrscher der Ozeane ist das Phytoplankton – mikroskopisch kleine, einzellige Algen, die die Meere zu Milliarden bevölkern. Diese Mikroalgen sind die Basis allen Lebens im Meer. Wie Pflanzen an Land erzeugen sie durch die Photosynthese energiereiche Moleküle, von denen sie sich ernähren. Die Mikroalgen wachsen, teilen sich und bilden insgesamt gigantische Mengen an biologischer Masse. Vom Phytoplankton ernähren sich Kleinkrebse, Fisch- und Muschellarven, die ihrerseits von größeren Fischen gefressen werden. Ohne das Phytoplankton gäbe es kaum Leben im Meer. Tausende Tierarten sind auf Gedeih und Verderb von diesen Mikroalgen abhängig. Nichts geht ohne sie. Beeindruckend ist auch die Vielfalt des Phytoplanktons. Es gibt Tausende von Arten, und viele von ihnen sind wunderschön. Manche sind kreisrund wie ein Wagenrad, andere dünn wie ein Faden. Manche heften sich wie die Perlen einer Kette aneinander, andere gleichen einer Erdnuss oder einer Ziehharmonika. Zusammen sind sie enorm produktiv: Sie bilden nicht nur Biomasse, sondern setzen – wie die Pflanzen an Land – gigantische Mengen an Sauerstoff frei. Man schätzt, dass mehr als die Hälfte des Luftsauerstoffs vom Phytoplankton aus den Meeren stammt.





