Tasso Azevedo, Direktor des neuen Brasilianischen Forstdiensts, SFB, will mit CO2-Zertifikaten Geld für den Regenwaldschutz bekommen.
Herr Azevedo, wie viel Geld steht dem brasilianischen Forstdienst für den Schutz der staatlichen Wälder in Amazonien zur Verfügung?
Wir hatten bislang im Jahr an die 200 Millionen Reais.
Also rund 80 Millionen Euro. Wie viel wäre nötig?
Wir gehen von rund zwei Milliarden Reais aus, also dem Zehnfachen. Der brasilianische Staat muss an die 300 Millionen Hektar Waldbesitz erstmals exakt kartieren und überwachen, und wir wollen auch weiterhin neue Schutzgebiete einrichten.
Sie werden in den kommenden Jahren Konzessionen für die Holznutzung an Firmen geben. Das bringt sicher Einnahmen.
Im besten Fall bekommen wir darüber 20 bis 30 Millionen Reais im Jahr – ein Bruchteil des Geldes, das wir brauchen. Wir werden in den nächsten 10 Jahren Konzessionen auf maximal 10 bis 13 Millionen Hektar vergeben. Mit den Einnahmen aus wenigen Prozent der Fläche lässt sich aber logischerweise nicht der Unterhalt von 100 Prozent finanzieren. Im Übrigen kann kein Land der Welt den Schutz seiner öffentlichen Naturwälder aus den Einnah- men des Holzgeschäfts leisten.
Welche Geldquellen könnten Sie noch anzapfen?
Regenwaldschutz ist Klimaschutz. Indem wir die Abholzungsraten im vergangenen Jahr verringert haben, konnten wir gegenüber dem Durch-schnitt der letzten 10 Jahre Emissionen von 160 Millionen Tonnen CO2 einspa-ren. Das möchten wir in CO2-Emissionszertifikate umsetzen. Die könnten uns bis zu einer Milliarde Reais im Jahr einbringen.





