Mund-, Zungen- und Rachenkrebs sind heilbar – vorausgesetzt, die Krankheit wird rechtzeitig erkannt. Meistens ist dies jedoch nicht der Fall. Die Tumore können dann nicht mehr vollständig entfernt werden, sodass bösartige Zellen zurückbleiben. Eine Methode, wie der Krebs auch in einem fortgeschrittenen Stadium erfolgreich behandelt werden könnte, haben jetzt britische Mediziner vom Institute of Cancer Research in London aufgezeigt. Die Forscher um Kevin Harrington benutzten dazu das gentechnisch veränderte Herpes-Virus OncoVEX. Es drang in die Tumorzellen ein, vermehrte sich dort und tötete die Zellen ab. Gesundes Gewebe griff es dagegen nicht an. Gleichzeitig veranlasste das Virus die Produktion eines Proteins, das das Immunsystem stärkte.
Die Wissenschaftler behandelten 17 Patienten mit ihrer Methode, nachdem man deren Krebsgeschwür operativ entfernt hatte. Zusätzlich wurden sie einer Chemo- und Strahlentherapie unterzogen. Bei 16 von ihnen konnte nach der Behandlung kein Krebs mehr nachgewiesen werden. Die Nebeneffekte waren moderat, es kam lediglich zu Ermüdungserscheinungen und Fieber. Das aber war laut Harrington vor allem auf die Chemo- und Strahlentherapie zurückzuführen.
Trotz ihrer relativ kleinen Studie sprechen die Forscher von einem ermutigenden Ergebnis und wollen ihr Verfahren jetzt auch bei Hautkrebs testen.





