Nach der Ernte müssen Äpfel oft viele Monate eingelagert werden, damit sie der Kunde das ganze Jahr über im Laden kaufen kann. Fangen einzelne Früchte in den Kühlregalen an zu faulen, kann dies rasch um sich greifen und zu erheblichen Verlusten für den Landwirt führen. Einer der wichtigsten Erreger der Fruchtfäule ist der Pilz Gloeosporium, der die Äpfel schon vor der Ernte auf den Bäumen infiziert. Besonders im ökologischen Landbau ist dies ein großes Problem, da hier nicht mit chemischen Fungiziden gearbeitet werden darf.
Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE) in Karlsruhe haben jetzt ein einfaches und umweltfreundliches Verfahren entwickelt, um die Sporen des Pilzes abzutöten: Sie tauchten die Äpfel kistenweise in heißes Wasser. Versuchsreihen ergaben, dass ein Tauchbad von zwei Minuten in 53 Grad Celsius heißem Wasser Gloeosporium-Sporen zuverlässig inaktiviert. Die Untersuchungen beschränkten sich bisher allerdings auf 20-Kilogramm-Obstkisten. Um das Verfahren für Bio-Bauern kommerziell nutzbar zu machen, werden jetzt an der BFE weitere Tests mit den handelsüblichen 300-Kilogramm-Apfelkisten durchgeführt.
Hans Groth





