Wahrscheinlich hätte nie eine Medici den französischen Thron bestiegen, hätte nicht eine der „angeheirateten“ Frauen des Klans, Alfonsina Orsini, mit Tatkraft und kluger Diplomatie dafür gesorgt, dass die Familie aus einer ihrer größten Krisen wieder zurück an die Macht gelangte. Alfonsina wurde 1472 geboren und stammte väterlicherseits von den Orsini von Bracciano ab und mütterlicherseits aus neapolitanischem Adel. Ihre Heirat 1486 mit Piero de’ Medici, dem ältesten Sohn von Lorenzo dem Prächtigen und Clarice Orsini, sollte die Bindungen der beiden mächtigen Familien festigen. Doch Piero, der später den Namen „lo Sfortunato“, der Unglückliche, erhielt, war der Rolle des Familienoberhaupts, die ihn nach dem Tod seines Vaters 1492 erwartete, nicht gewachsen. 1494 erhob sich Florenz gegen die Medici und verbannte Piero aus der Stadt. Alfonsina folgte ihm 1495 ins Exil.
Als Piero 1503 bei einem Manöver starb, hinterließ er sie mit zwei kleinen Kindern, Lorenzo und Clarice, für deren Zukunft und die Rückkehr der Medici nach Florenz sie von nun an kämpfte. Ein wichtiger Schachzug war im Jahr 1508 die Vermählung ihrer Tochter Clarice mit Filippo Strozzi dem Jüngeren, welche die Verbindung zu einer der einflussreichsten Florentiner Familien und traditionellen Medici-Antagonisten herstellte. 1512 kehrte Alfonsina mit den beiden jüngeren Söhnen Lorenzos des Prächtigen nach Florenz zurück. Giovanni wurde bereits kurz darauf, 1513, als Leo X. zum Papst gewählt und überließ seinem Bruder Giuliano die Herrschaft. Als dieser 1515 nach Frankreich entsandt wurde, kam Lorenzo II., der Sohn von Piero und Alfonsina, an die Regierung – die Staatsgeschäfte leitete jedoch seine Mutter. In ihrem Bestreben, das Herzogtum Urbino für ihren Sohn zu gewinnen, wurde sie von Leo X. unterstützt. Die päpstlichen Truppen eroberten am 30. Mai 1516 die Stadt, und am 18. August wurde Lorenzo II., als erster Medici, zum Herzog ernannt. Wiederum auf Betreiben seiner Mutter führte er zwei Jahre später Madeleine de la Tour d’Auvergne in Florenz zum Traualtar. Sie gebar 1519 ein Mädchen, das den Namen Caterina erhielt. Alfonsina konnte sich indes nur kurz an der Erfüllung ihrer Hoffnungen erfreuen. Madeleine starb wenige Tage später an den Folgen der schweren Geburt. Der tuberkulosekranke Lorenzo folgte ihr kurz darauf ins Grab, und Alfonsina selbst erlag am 7. Februar 1520 einem Magenleiden. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 03/2013.
Dr. Philine Helas




