Menschen mit zu hohem Blutdruck müssen darauf achten, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen. Forscher in den USA haben jetzt einen Weg gefunden, wie sich diese lästige Pflicht möglicherweise umgehen lässt. Dem Team um Jean-Philippe Therrien vom National Cancer Institute in Bethesda ist es gelungen, menschliche Hautzellen gentechnisch so zu verändern, dass sie blutdrucksenkende Substanzen produzieren.
Die Wissenschaftler hatten mithilfe von Viren ein Gen in Hautzellen eingebracht, das das Hormon ANP bildet. Es kommt von Natur aus im menschlichen Organismus vor und senkt den Blutdruck. Aus den manipulierten Zellen züchteten die Forscher kleine Hautstückchen, die sie Mäusen implantierten. Darauf stieg der ANP-Anteil im Blutplasma der Tiere, und ihr Blutdruck sank – selbst dann, wenn sie salziges Futter bekamen, was eigentlich zu einer Blutdruckerhöhung führen müsste.
Therrien hat errechnet, dass beim Menschen ein etwa 200 bis 240 Quadratzentimeter großes Implantat benötigt würde, um den gleichen Effekt zu erzielen – um den ANP-Gehalt im Blut also wirkungsvoll zu steigern. Dazu bedarf es allerdings noch weiterer experimenteller Überprüfungen. Außerdem müsste für eine Anwendung beim Menschen eine Möglichkeit gefunden werden, wie sich das ANP-Gen ohne die Hilfe von Viren in Zellen einbauen lässt.





