Es war kurz vor drei Uhr nachmittags, als das Unheil über Moore seinen Lauf nahm. Einige Kilometer südwestlich der Kleinstadt am Südrand der 600 000-Einwohner-Metropole Oklahoma City – im Herzen der berüchtigten Tornado-Allee im Mittleren Westen der USA – entstand bei einem Gewitter ein Tornado, der um 14.56 Uhr auf dem Boden aufsetzte. Er zog in nordöstliche Richtung und pflügte dabei mitten durch ein Wohngebiet von Moore. Zahlreiche Häuser machte der Sturm der Stärke F5 dem Erdboden gleich, binnen 40 Minuten zog er eine 27 Kilometer lange und fast 2 Kilometer breite Schneise der Verwüstung. 24 Menschen starben – darunter 7 Kinder, die unter den Trümmern einer eingestürzten Grundschule begraben wurden. Rund 400 Verletzte zählten die Behörden nach dem Sturm. Spätestens damit hatte es Moore zu trauriger Berühmtheit gebracht. Denn die Stadt war bereits viermal zuvor von Tornados getroffen worden – häufiger als jeder andere Ort der Welt: 1998, 1999, 2003 und 2010. Der F5-Tornado, der am 3. Mai 1999 durch Moore fegte – Bilanz: 48 Tote und rund 8000 zerstörte Gebäude – gilt als der stärkste je beobachtete: Er brachte es auf eine Windgeschwindigkeit von 512 Kilometer pro Stunde.





