Bei einer Untersuchung solcher Überreste im Nationalmuseum für Naturgeschichte in La Paz stieß der Paläontologe Darin Croft bei einigen Fossilien auf ungewöhnliche Merkmale, darunter die Form der unteren Backenzähne: Im Gegensatz zu anderen, bereits zugeordneten Notoungulata-Exemplaren zeigte das analysierte Tier drei ausgeprägte Ausbuchtungen an seinen Backenzähnen. Außerdem waren die Zähne sehr lang und besaßen keine Wurzeln. Später entdeckten die Forscher noch weitere Unterschiede zu anderen Notoungulata, so dass sie das Tier einer eigenen Art zuordneten.
Hemihegetotherium trilobus war wahrscheinlich etwa so groß wie ein Beagle, hatte aber auch Ähnlichkeit mit einem Kaninchen, schließen die Paläontologen aus dem Fund. So legen seine wurzellosen Zähne beispielsweise nahe, dass sie wie bei heutigen Nagetieren das ganze Leben hindurch wuchsen. Gefressen hat das kleine Huftier wohl hauptsächlich Gras und andere Pflanzen, die dicht am Boden wuchsen. Die Wissenschaftler vermuten außerdem, dass das Huftier auf offenem Gelände lebte, sich möglicherweise aber auch Höhlen graben konnte. Die Entdeckung zeige, wie wichtig es sei, Museumssammlungen ständig neu zu analysieren, kommentieren die Paläontologen. Dank des Fundes könne nun eine Lücke in der Geschichte der Notoungulaten geschlossen werden.




