Der Seehandel mit Indien und Arabien blickt auf eine uralte Tradition zurück. Frühestens seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. segelten mesopotamische Händler über den Persischen Golf durch die Straße von Hormus nach Indien zu den Hafenstädten an der Mündung des Indus. In der Folge übernahmen die Phönizier und schließlich die Inder und Araber den ertragreichen Indienhandel. Das Geheimnis der Araber und Inder war ihre Kenntnis des Monsuns, des Winds, der im Sommer vom Südwesten und im Winter vom Nordosten bläst und so eine mehr oder weniger problemlose Navigation zwischen Arabien und Indien ermöglichte.
Hellenistische Seeleute, denen das Wissen um die Monsunwinde fehlte, wagten sich lange Zeit aus dem Roten Meer nur bis zum Hafen Eudaimon Arabia (griechisch für Arabia Felix), dem heutige Aden im Jemen, einem großen Umschlagplatz für Waren aus Indien, Ägypten und Afrika. Am Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. war es dann endlich so weit, dass auch hellenistische Schiffe die Überfahrt nach Indien antraten. Der griechische Geograph Strabon nennt Eudoxos von Kyzikos als ersten Kapitän, der um 116 v. Chr. Indien erreichte. …
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Dr. Brigitte Cech




