Dunkle Materie macht mehr als 85 Prozent aller Materie im Universum aus. Ihre Präsenz hat die kosmische Entwicklung entscheidend geprägt und bis heute beeinflusst sie das Verhalten von Galaxien, Gasen und anderen Objekten. Trotzdem ist die Dunkle Materie ein Rätsel: Woraus sie besteht, ist noch immer unbekannt. Trotz intensiver Suche mit verschiedenen Verfahren und Detektoren haben Forschende bisher keines der postulierten Kandidatenteilchen nachweisen können.
Dies gilt auch für das WIMP (Weakly Interacting Massive Particle), ein schweres, kaum mit anderer Materie interagierendes Teilchen. Lange als vielversprechendster Kandidat für Dunkle-Materie-Teilchen gehandelt, scheiterten bislang alle Versuche, WIMPs nachzuweisen. Viele Detektoren fanden gar nichts, einige vermeintliche Signale erwiesen sich im Nachhinein als Messfehler oder Hintergrundeffekt, wie beim XENON1T-Detektor im Jahr 2020.
WIMP-Fahndung im Untergrund
Jetzt gibt es einen neuen – potenziellen – Fund: Physiker haben mit dem LUX-ZEPLIN-Detektor (LZ) in den USA ein Signal entdeckt, dessen Merkmale zu denen eines WIMPs passen. „Es ist sehr spannend, dieses Ereignis in den Daten zu finden – genau in dem Bereich, in dem wir Anzeichen Dunkler Materie erwarten und in dem Hintergrundsignale sehr schwach sind“, sagt LZ-Sprecher Rick Gaitskell von der Brown University.
Aufgespürt haben die Physiker das Signal mit dem LZ-Detektor der Sanford Underground Research Facility (SURF) in South Dakota. Der Detektor besteht aus einem unterirdischen Tank mit zehn Tonnen flüssigem Xenon, dessen Wände mit extrem empfindlichen Photosensoren ausgestattet sind. Sollte ein Teilchen der Dunklen Materie durch diesen Tank fliegen und mit einem der Xenon-Atome kollidieren, müsste dies charakteristische Lichtsignale verursachen, die von den Sensoren eingefangen werden.

Der LUX-ZEPLIN-Detektor besteht aus einem zylindrischen Tank mit flüssigem Xenon im Zentrum, umgeben von speziellen Gasschichten und Photosensoren. — © Greg Stewart/ SLAC National Accelerator Laboratory






