Kahlköpfige Männer dürfen hoffen. In einem Experiment an der britischen University of Durham ließ Colin Jahoda lebende Zellen der Haarwurzelscheide von seiner Kopfhaut entnehmen und auf dem Unterarm seiner Ehefrau Amanda Reynolds implantieren. Obwohl die beiden Menschen verschiedene Blutgruppen besitzen und ihr Immunsystem sich nicht verträgt, wurde das Gewebe nicht abgestoßen. Drei Wochen nach der Verpflanzung begannen aus dem Arm Haare zu sprießen, die nach DNA-Analysen eindeutig aus Zellen von Jahoda stammten. Später wurde Haarwurzelscheiden-Gewebe erfolgreich auf Jahodas Kopf zurückverpflanzt. Damit ist bewiesen, daß lebendes Haargewebe von fremden Spendern übertragen werden kann, wenn es zuvor gewaschen wird, um Blutzellen zu entfernen. Jahoda sieht darin einen ersten Schritt auf dem Weg zur Glatzen-Behandlung mit Transplantaten, wobei der Empfänger Haarfarbe und -art frei wählen könnte. Bislang war nur eine Eigenhaar-Verpflanzung möglich. Die Ergebnisse sind auch von Bedeutung für die Erzeugung von Ersatzhaut, etwa für Verbrennungsopfer.
Rüdiger Vaas





