Gibt es oder gab es einst Lebewesen auf dem Mars? Dies ist eine der spannendsten Fragen im Rahmen der Erforschung unseres Nachbarplaneten. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch heute noch mikrobielle Lebensformen in den möglicherweise feuchten Tiefen gibt. Doch der fragende Blick richtet sich momentan vor allem auf die Jugend des Mars. Aus geologischen Merkmalen geht hervor, dass es vor etwa 3,5 Milliarden Jahren noch flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Planeten gegeben hat. Im Laufe der Zeit entfleuchte dieser Wasserschatz dann allerdings größtenteils ins Weltall beziehungsweise versickerte im Untergrund.
In der Zeit, als der Mars lebensfreundliche Bedingungen geboten hat, entstanden auf der Erde die ersten einzelligen Organismen. Somit stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung damals auch parallel auf unserem Nachbarplaneten ablief. Ihr soll der Mars-Rover “Perseverance” im Rahmen der NASA-Mission „Mars 2020“ nachgehen. Im Sommer dieses Jahres soll eine Rakete das Erkundungsfahrzeug auf den Weg zum roten Planten bringen. Neben Analysen auf der Marsoberfläche ist auch geplant, dass Perseverance Gesteinsproben gewinnt, die dann durch eine spätere Rückholaktion zur Erde gebracht werden sollen.
Ist das Untersuchungsgebiet gut gewählt?
Als Ziel für die Mission waren zunächst verschiedene Orte in der Diskussion. Die NASA entschloss sich dann schließlich für einen Bereich im Jezero-Krater auf dem Mars. Man geht davon aus, dass sich dort die Reste eines einstigen Flussdeltas abzeichnen. Für die Suche nach Spuren von Lebensformen scheint dies sinnvoll. Denn von der Erde ist bekannt, dass durch die vergleichsweise schnelle Ablagerung von Sedimenten in Deltastrukturen Hinweise auf Leben besonders gut im Untergrund konserviert werden. Wie die Forscher um Mathieu Lapôtre von der Stanford University berichten, war bisher allerdings unklar, wie lange es dauerte, bis sich die Sedimentschichten in dem Flussdelta im Jezero-Krater gebildet haben. “Der zeitliche Verlauf von Prozessen ist oft eine große Unbekannte auf dem Mars”, sagt Lapôtre.
Er und seine Kollegen haben deshalb nun ein Modell der Deltabildung im Jezero-Krater entwickelt. Eine der Grundlagen bildeten dabei Satellitenbilder des Areals. In ihre Simulation der Merkmale des einstige

n Flusssystems integrierten die Forscher neben Informationen zu den Schwerkraftverhältnissen auf dem Mars und Annahmen über das einstige Klima auch recht neue Erkenntnisse über irdische Flusssysteme: Flüsse, an deren Ufern keine Pflanzen wachsen, verlagern ihr Bett demnach seitlich etwa zehnmal schneller als Flüsse mit Vegetation. Diese wichtige Information ging kürzlich aus Untersuchungen eines Flussbetts in einem Trockengebiet im US-Bundesstaat Nevada hervor.





