Die psychischen und sozialen Folgen eines Kriegstraumas sind seit Homer bekannt. Menschen, die Schreckliches erlebt haben und es nicht verkraften können, leiden oft für den Rest ihres Lebens unter Wahnvorstellungen, Ohnmachts- und Schuldgefühlen. Umso erstaunlicher ist es, dass die heute als Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bekannte Erkrankung formal erst in den Achtzigerjahren von der internationalen medizinischen Gemeinschaft anerkannt wurde. „Vorher gab es Verwirrung über die Symptome”, erklärt Brett Litz, Direktor am amerikanischen Zentrum für PTBS. Zwar gab es bei Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie aus dem Vietnamkrieg die gleichen Symptome, die jedoch als Kriegs- oder Gefechtsneurose, „Granatenschock” oder schlichtweg als Kampfmüdigkeit gewertet wurden. Eine Aufnahme in den Katalog der WHO für Psychische Verhaltensstörungen erfolgte sogar erst in den Neunzigerjahren. Litz betont, dass nicht nur Kriegserlebnisse eine PTBS auslösen können: „Eine empfundene Lebensbedrohung kann ebenfalls solche Symptome verursachen.”





