Dass sich Licht nicht unbedingt auf geraden Bahnen ausbreitet, sondern der Krümmung der Raumzeit folgt, die durch Massen verursacht wird, hat Albert Einstein im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagt. Inzwischen wurde es unzählige Male gemessen (bild der wissenschaft 1/2011, „Relativitätstheorie” ). Licht kann aber nicht nur abgelenkt, sondern auch kurzfristig intensiviert und sogar aufgespalten werden. Ein solcher Gravitationslinseneffekt ist ebenfalls schon von Einstein berechnet und inzwischen ausgiebig beobachtet worden. Die Gravitationslinse im Vordergrund ist dabei oft nicht zu sehen. Verstärkt ihre Schwerkraft die Hintergrund-Lichtquelle nur, ohne dass sich Mehrfachbilder davon zeigen, spricht man von einem Mikrogravitationslinseneffekt. Nach diesem Effekt wurde zunächst in großem Maßstab gesucht, um der ominösen Dunklen Materie auf die Spur zu kommen. Bald wurde damit auch nach Exoplaneten gefahndet. Das erste Exemplar konnten Astronomen 2004 nachweisen. Der Effekt tritt ein, wenn der Exoplanet und sein Heimatstern – falls vorhanden – vor einen weiter entfernten Stern treten. Die Himmelsobjekte im Vordergrund wirken dann wie eine Linse und verstärken die Helligkeit des Hintergrundsterns vorübergehend. Ist die Gravitationslinse ein Stern, dauert die Aufhellung länger. Ein Planet hingegen offenbart sich durch einen kürzeren Helligkeitsanstieg (siehe Grafik „So entdeckt man Freiflieger”). Je kleiner seine Masse, desto rascher geht der Effekt vorbei. Die Sequenz in der Illustration unten zeigt eine solche temporäre Lichtverstärkung (mittleres Bild) eines Sterns. Damit es überhaupt dazu kommt, müssen sich sowohl der Hintergrundstern als auch das Exoplanetensystem und der irdische Beobachter auf einer perfekten Geraden befinden – eine sehr seltene Konstellation. Um trotzdem genügend Ereignisse zu messen, überwachen Astronomen die Helligkeiten von Millionen Sternen.





