von FRANK FRICK
Grünland nutzen, um Metalle zu fördern, anstatt durch Tagebau Land zu zerstören oder im Untergrund zu schürfen – diese Vision haben Medien schon häufiger heraufbeschworen, wenn sie über Phytomining (deutsch: Pflanzenbergbau) berichten: Man baut Pflanzen an, die über ihre Wurzeln Metalle aus dem Boden aufnehmen und sie in ihrem Gewebe oder ihren Säften anreichern – Fachsprache: akkumulieren. Anschließend erntet man die akkumulierenden Pflanzen und verbrennt die Biomasse. „Es entsteht ein Produkt, das als Bio-Erz bezeichnet werden kann“, schrieb 2015 eine internationale Gruppe von 14 Forschern um den Pflanzenbiologen Antony van der Ent, damals sowohl an der französischen Universität Lorraine in Nancy als auch an der australischen Universität von Queensland in Brisbane tätig. Doch vorab: Bergwerke wird es noch lange geben. Trotzdem ist es lohnend, sich mit dem Pflanzenbergbau zu beschäftigen: Er eröffnet Wege hin zu einer industriellen Produktion, die Rohstoffe einspart und umweltverträglicher ist als die heutige.





