Gleich vorweg: Um Anti-Matsch-Tomaten, Impfbananen und insulinproduzierende Kartoffeln geht es in „Früchte der Zukunft” nicht – sondern vielmehr um alle Aspekte der grünen Gentechnik, die mit Profit und Ertragssteigerung zu tun haben. Denn Wissenschaftler aus Industrie und Forschungsinstituten verändern das Erbgut von Nutzpflanzen meist nicht, um dem Konsumenten Früchte und Gemüse mit neuen Eigenschaften zu präsentieren. Sie versuchen vielmehr, die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen und resistent gegen Chemikalien, mit denen konkurrierende Unkräuter vernichtet werden. Es geht um eine bessere Ernte – damit steht die Gentechnik scheinbar in der Tradition der klassischen Pflanzenzüchtung. Die beiden Tübinger Wissenschaftler Klaus Wöhrmann und Jürgen Tomiuk sowie der Journalist Andreas Sentker schildern, wo die Unterschiede zwischen herkömmlichen und neuen Methoden liegen. Vor allem aber gehen sie akribisch der brisanten Frage nach, wie gefährlich gentechnisch-manipulierte Pflanzen für die Umwelt sein können. Sorgfältig abwägend und sachlich im Stil kommen sie anhand vieler Belege zu einer Schlußfolgerung, die auf den ersten Blick unbefriedigend erscheint: Niemand kann gegenwärtig die Risiken der grünen Gentechnik realistisch abschätzen. Auf den zweiten Blick ist das beunruhigender, als wenn ausgewiesene Gentechnik-Gegner Horrorszenarien an die Wand gemalt hätten.
Klaus Wöhrmann, Jürgen Tomiuk, Andreas SentkerFRÜCHTE DER ZUKUNFT? Grüne Gentechnik Wiley-VCH Weinheim 1999 228 S., DM 48,–
Frank Frick / Klaus Wöhrmann / Jürgen Tomiuk / Andreas Sentker





