Mazower erzählt aber auch von einer politisch zutiefst gespaltenen griechischen Gesellschaft, von der Kollaboration führender Politiker und dem Widerstand linker Partisanen, die ihrerseits brutale Gewalt anwandten. Entworfen wird so ein differenziertes Bild vom Verhalten der damaligen Akteure.
Zu den folgenreichsten Entwicklungen nach Kriegsende gehört, dass sich in Griechenland nach einem erbittert geführten Bürgerkrieg rechte, von den USA gestützte Regierungen durchsetzten, die auch Kollaborateure in ihren Reihen hatten, und dass die linke Opposition unterdrückt und verfolgt wurde. Wer Griechenland heute und sein Verhältnis zu Europa und speziell zu Deutschland besser verstehen möchte, der kann mit Gewinn dieses Buch lesen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




