Széchenyi war kein Revolutionär, im Gegensatz zu seinem Kontrahenten Ludwig Kossuth; er hielt den Fortbe?stand des Habsburger-Reichs für notwendig, hoffte jedoch auf eine durchgreifende Liberalisierung. Damit scheiterte er an dem betonierten Reform?unwillen Metternichs, der den unbequemen Grafen noch bis zu seinem traurigen Ende in einer Wiener Nervenheilanstalt geheimpolizeilich überwachen ließ.
Dem großen ungarischen Reformer hat Andreas Oplatka eine lesenswerte, wenn auch bisweilen vielleicht zu detaillierte Publikation gewidmet, die die Modernisierungsideen Széchenyis und seine politischen Kämpfe darstellt, aber auch den Privatmenschen in seiner Depressivität und Zerrissenheit nicht ausspart.
Rezension: Talkenberger, Heike




