Den Aufstieg und Fall des 1946 in Nürnberg zum Tode verurteilten „Reichsmarschalls“ untersucht die neue Biographie von Autor Guido Knopp. Parallel zur gleichnamigen Fernsehdokumentation versucht das Buch unter dem Titel „Göring – Eine Karriere“ die Verstrickung des Luftwaffenchefs in die Verbrechen des Regimes zu erläutern. Gut herausgearbeitet wird dabei die wechselseitige Abhängigkeit von Göring und Hitler, der trotz aller groben Fehler und Unzulänglichkeiten seines Gefolgsmannes bis fast zum Ende an diesem festhielt. Ein anderer Schwerpunkt liegt auf der Schilderung des pompös-korrupten Lebenswandels, der in starkem Kontrast zum Kriegsalltag der Bevölkerung stand, sowie den Faktoren, die Görings Verhalten erst ermöglichten. Allzu viele Neuerungen bietet die Biographie im Vergleich zu Knopps Reihe über „Hitlers Helfer“ nicht, doch lohnt sich dennoch die Lektüre dieses erschreckenden Lebenslaufs.
Rezension: Böhles, Marcel




