Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Allgemein/Artikel
Gewaltmensch Göring
Allgemein

Gewaltmensch Göring

Vermeintlich gemütlich und jovial, tatsächlich aber selbstsüchtig, empathielos und brutal – so lässt sich Hermann Göring charakterisieren. Der von Hitler zum Nachfolger bestimmte schwergewichtige und morphinabhängige Multifunktionär, der Posten, Titel, Orden und geraubte Kunst sammelte, im Prunk lebte und sich gerne…
20. Februar 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Allgemein

Buchcover mit Titel, Untertitel, Autorennamen und historischem Foto von Männern in Uniformen im Freien.Vermeintlich gemütlich und jovial, tatsächlich aber selbstsüchtig, empathielos und brutal – so lässt sich Hermann Göring charakterisieren. Der von Hitler zum Nachfolger bestimmte schwergewichtige und morphinabhängige Multifunktionär, der Posten, Titel, Orden und geraubte Kunst sammelte, im Prunk lebte und sich gerne in verschiedenen Uniformen präsentierte, gehört zu den bekanntesten Gesichtern des „Dritten Reiches“. Nachdem es längere Zeit keine aktuelle Biographie mehr gab, hat Andreas Molitor nun eine neue veröffentlicht. Sie ist eine lohnenswerte Lektüre. Zunächst ist ihre Lesbarkeit hervorzuheben. Der Autor schreibt, was bei historischen Werken nicht immer der Fall ist, eingängig und interessant.

Ihm gelingt ein überzeugendes Psychogramm Görings. Er leitet her, wie sehr eine lieblose Kindheit und Jugend bei Göring jede Empathie verkümmern ließ. Stattdessen wuchsen Geltungssucht, Genusssucht, Rücksichtslosigkeit und Machtstreben. Als Kampfflieger im Ersten Weltkrieg hoch dekoriert, fiel Göring nach der Kriegsniederlage ins Bodenlose. Schon bald schloss er sich der NSDAP an und wurde zum SA-Chef. Bei der Teilnahme am „Hitler-Putsch“ wurde er verwundet und floh ins Ausland.

Nachdem er seine aufgrund körperlicher Schmerzen entwickelte Morphinabhängigkeit (zeitweise) überwunden hatte, begann Görings langsamer, aber steter Aufstieg, obwohl er kein hohes Parteiamt innehatte. Molitor beschreibt eindrücklich, wie sehr Göring vor der Ernennung Hitlers in einflussreichen Kreisen antichambrierte und wie rücksichtslos-effektiv er in den ersten Monaten des Jahres 1933 und dann erneut im Zuge des angeblichen „Röhm-Putsches“ agierte.

Göring war einer der Wegbereiter Hitlers und sorgte dafür, die Macht der Nationalsozialisten mit blanker Gewalt und Terror gegen Oppositionelle zu sichern. Er machte das ihm zugewiesene Land Preußen, in dem er das Geheime Staatspolizeiamt gründete, zum „Labor der Gleichschaltung“. Ab 1936 wurde er dann neben seiner Funktion als Luftfahrtminister und Luftwaffenchef auch mit der Aufgabe betraut, die deutsche Wirtschaft auf den Krieg hin auszurichten.

Doch war Göring, trotz allen Aktionismus, keinem seiner zahlreichen Ämter inhaltlich gewachsen. Von Aktenstudium oder regelmäßigen Aufenthalten in seinem riesigen Ministerium hielt er nichts. Die nötigen technischen und ökonomischen Fachkenntnisse besaß er auch nicht.

Die Alliierten klagten den „Nazi No. 2“ in Nürnberg auch wegen seiner einflussreichen Rolle im Holocaust an. Göring hatte schriftlich den Auftrag zur „Endlösung der Judenfrage“ erteilt und damit (mit anderen) die Weichen für die Ermordung von Millionen Juden gestellt.

Molitor zeigt eindrücklich die Abgründe und Verbrechen Görings. Er belegt, wie stark die Propaganda den zutiefst abgründigen und grausamen Charakter zu verschleiern verstand.

Rezension: Prof. Dr. Philipp Austermann

Andreas Molitor
Hermann Göring
Macht und Exzess. Eine Biografie
Verlag C. H. Beck, München 2025, 411 Seiten, € 32,–

GöringMolitorRöhm-Putsch

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Allgemein

Ode ans Schmarotzen

19. April 2026

Parasiten haben ein schlechtes Image, nicht zu Unrecht: Sie nisten sich ungefragt in ihrem Wirt ein, zehren von ihm und zerstören ihn im…

Intelligentes Naturkapital
Allgemein

Intelligentes Naturkapital

19. April 2026

Kann KI die Natur retten? Dieser Frage widmen sich die Biologin Frauke Fischer und die Wirtschaftswissenschaftlerin Hilke Oberhansberg in…

Die Geschichte der Post
Allgemein

Die Geschichte der Post

17. April 2026

Lange vor Telefon und E-Mail spannte sich ein Netz aus Reitern, Kutschen und Stationen über Europa. Es ließ Nachrichten zirkulieren,…

Mikrokosmos Boden
Allgemein

Mikrokosmos Boden

16. April 2026

LESERREISE STANDARDS Magazin: Neues aus Forschung und Technik Phänomenal: Wenn das Herz bricht Statistik: Jägerinnen und Jäger…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite