
Verwaisen die Bonobos in jungem Alter, wirkt sich das, genau wie bei uns Menschen, auch auf ihre Psyche aus und sie können Traumata entwickeln. Diese Traumata können sie jedoch überwinden, wie ein Forschungsteam um Stephanie Kordon von der Durham University herausgefunden hat. Die Rehabilitation in der Auffangstation und der soziale Kontakt mit anderen verwaisten Bonobos helfen ihnen demnach, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen zu verbessern. „Die Auffangstation Lola ya Bonobo leistet wichtige Arbeit zum Schutz dieser bedrohten Tierart“, erklärt Kordon. „Die soziale Entwicklung der Waisen entspricht zwar nicht der ihrer von Müttern aufgezogenen Artgenossen, aber sie überschneiden sich in ihrer Entwicklung und ihrem Verhalten.“
Bonobos sind bekannt für ihr ausgeprägtes soziales Verhalten, wie auch das Foto zeigt. Sie leben in größeren Gemeinschaften von etwas über 100 Tieren, die sich in kleinere Gruppen aufteilen. Bonobos gelten als besonders friedlich und lösen Spannungen mit sexuellen Interaktionen, pflegen sich gegenseitig und spielen miteinander. Verwaiste Bonobos zeigen zwar weniger Einfühlungsvermögen als jene, die nicht verwaist sind, aber umsorgen Artgenossen dennoch. Das zeigt, dass sie trotz ihres Traumas über grundlegende soziale Fähigkeiten verfügen, die ihnen helfen können, in einer Gruppe zurechtzukommen, wie die Forschenden erklären. Nach ihrem Aufenthalt in der Schutzstation Lola ya Bonobo werden einige der Primaten wieder ausgewildert. Dann ist es wichtig, dass sie auch in freier Wildbahn Anschluss an Artgenossen finden.





