Stattdessen stellen sie alternative Heilmethoden auf den Prüfstand. Mit desillusionierendem Ergebnis: Die Mehrzahl der pflanzlichen Heilmittel ist völlig überbewertet. Die Chiropraktik hat bei Rückenschmerzen und nur dort einen geringen Nutzen. Die Akupunktur kann vielleicht manche Arten von Schmerz und Übelkeit lindern, allerdings mit solch marginaler Wirkung, dass man durchaus von der Möglichkeit sprechen muss, dass Akupunktur nutzlos ist. Ganz schlecht schneidet die Homöopathie ab: Ihr sprechen Ernst und Singh jegliche Wirkung ab.
Wahrscheinlich hat der Verlag vermutet, dass diese Botschaften dem Verkauf des Buches nicht zuträglich sind und deshalb versucht, durch die Wahl des Titels gegenzusteuern. Tatsächlich wäre es sehr schade, wenn das Buch wenig gelesen würde. Denn es folgt konsequent dem Konzept der evidenzbasierten Medizin: Demnach können nur klinische Studien beweisen oder widerlegen, ob eine Behandlungsmethode wirksam ist. Deren Ergebnisse sollten daher auch entscheiden, welche Therapie ein Patient erhält.
Verständlich und an überzeugenden Beispielen erklären die Autoren, warum es gute und weniger brauchbare Studien gibt und wie man etwa den Einfluss des auswertenden Arztes eliminieren kann. Oder wie sich der Placeboeffekt berücksichtigen lässt, was sehr schwierig sein kann: Wie zum Beispiel lässt man eine Kontrollgruppe von Patienten in dem Glauben, eine Akupunkturbehandlung zu erhalten, ohne sie fachgerecht zu piksen? Und noch ein Plus: Das Buch liest sich trotz des ernsthaften Themas ausgesprochen kurzweilig.
Frank Frick





