Ausgezeichnet als Wissenschaftsbuch des Jahres 2009 in der Kategorie ÜBERBLICK das Buch, das den Hintergrund eines Themas am besten ausleuchtet
Das Buch überzeugt der deutsche Titel leider nicht, denn er führt in die Irre: Das Buch ist kein Plädoyer gegen geprüfte, zugelassene Arzneimittel. Im Gegenteil. Die Autoren sind vehemente Verfechter dessen, was heute evidenzbasierte Medizin heißt. Sie klopfen alles, was nicht Schulmedizin ist, gründlich daraufhin ab, ob positive Wirkungen in aussagekräftigen Studien belegt wurden. Ist das nicht der Fall, zeigen die Daumen des Autoren-Duos nach unten.
Der eine, Edzard Ernst, firmiert als Inhaber des ersten Lehrstuhls für Alternativmedizin in Exeter. Der zweite, Simon Singh, ist gelernter Physiker und Wissenschaftsjournalist. Zusammen haben sie ein Buch geschrieben, das gleichermaßen fundiert wie lesbar ist, übersichtlich gegliedert und sehr umfassend: Das Themenspektrum reicht von Alexandertechnik bis zu Zelltherapie. Ob man das Buch am Stück liest oder einzelne Therapien nachschlägt am Ende wird man ernüchtert feststellen: Die meisten Alternativen sind keine. Das Geld dafür sollte man sich sparen.
Ein mutiges, verdienstvolles Buch, das auch populäre Methoden wie Homöopathie und Akupunktur akribisch zerpflückt. Einziger Wermutstropfen: Die Autoren kennen keinerlei Selbstzweifel. Mit dem Begriff Wahrheit sollten gerade kritische Wissenschaftler zurückhaltender umgehen.
Jury-Mitglied Markus Bohn