Als die Science Busters im Herbst 2007 auf den Theater- und Fernsehbühnen des deutschsprachigen Raums auftauchten, war die Welt voller Pseudowissenschaft und Esoterik. Orientierungslos sind die Menschen durch ihre Leben getaumelt. Quacksalber, die ihnen Linderung versprachen, hatten leichtes Spiel und konnten viel Geld und Anerkennung gewinnen, indem sie Zuckerkügelchen als Medizin verkauften, imaginierte Energiebahnen im menschlichen Körper mit Nadelstichen traktierten, vermittels ausgedachter Sternbilder die Zukunft vorauszusagen versprachen, mit frei erfundenen Traumdeutungen und Ich-Es-Überich-Nonsens jahrelange „Behandlungen“ verrechneten, nur bei Vollmond die Haare schnitten, Versammlungen an internationalen Kraftorten abhielten, Schicksalsschläge mit ungünstigen früheren Leben erklärten, behaupteten, sich ausschließlich von Licht ernähren zu können, mittels zerriebener Tierhörner potentere Sexualität verhießen, ewiges Leben im Himmel in Aussicht stellten und und und …. Der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt, denn es waren die Grenzen der Leichtgläubigkeit der zahlenden Kundschaft.
15 Jahre Science Busters
Heute, nach 15 Jahren Wissenschaftsshows, können wir in unserer 35. Kolumne für das bei Alt und Jung beliebte Periodikum bild der wissenschaft freudestrahlend verkünden: Es hat sich einiges verändert! Leider vor allem wir selbst. Sonst steckt die Welt nach wie vor voller esoterischem Unsinn, der seinen Weg mitten in die Gesellschaft, teilweise sogar auf Regierungsbänke und Universitäten, geschafft hat. Wie verheerend sich das auswirken kann, haben wir während der laufenden Pandemie erleben müssen. Heerscharen von Nichtswissern und Nichtwisserinnen haben sich plötzlich als Fachkräfte für Virologie, Impfstoffherstellung und Epidemiologie aufgespielt. Als Experten für „Normale Grippewellen“, an denen das einzig Normale ist, dass jedes Jahr Tausende Menschen nur deshalb daran sterben, weil viele andere so rücksichtslos und selbstsüchtig und faul sind, sich nicht impfen zu lassen – und dafür auch noch als „Impfskeptiker“ geadelt werden wollen. Als ob es so was gäbe. Mit Skepsis hat der esoterische Unsinn gar nichts zu tun.
Aber davon wollen wir uns die Feierlaune nicht trüben lassen – schließlich wird man nicht alle Tage 15 Jahre – und auf das Jubiläum anstoßen! Und zwar, indem wir endlich schaffen, was so viele Esoterikerinnen und Esoteriker immer wieder fordern, nämlich die beiden Welten miteinander zu vermählen. Und uns einen homöopathischen Vollrausch zulegen.
Laut ihrem Erfinder Samuel Hahnemann wird in der Homöopathie eine Ursubstanz umso wirksamer, je umfangreicher sie dynamisiert und potenziert wird. In der schlichten Welt der Naturwissenschaften nennt man das schütteln und verdünnen. Und genau das muss man machen, um einen homöopathischen Vollrausch zu erzeugen. Als Ursubstanz nehmen wir den Science-Busters-Gin, den wir zum Geburtstag destillieren ließen – ein Schnaps mit 41 Prozent.





