Die Sexualorgane von Spinnentieren haben sich vermutlich in den vergangenen 400 Millionen Jahren kaum verändert. Das gilt zumindest für die Weberknechte, wie die bislang ältesten Funde von Genitalien beweisen. Darüber berichtet das britische Fachmagazin NewScientist (Ausg. vom 20. September, S. 19).
Die Paläontologen um Jason Dunlop von der Humboldt-Universität Berlin haben die Weberknechtfossilien in uralten Felsformationen im schottischen Rhynie in der Nähe von Aberdeen gefunden. Ein Weberknechtmännchen samt Penis, der etwa zwei Drittel der Körperlänge des Tieres hat, und ein Weibchen mit seinem Organ zur Eiablage, dem so genannten Ovipositor, sind in dem Gestein erhalten geblieben. Beide Organe haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit denen heutiger Weberknechtarten.
Außer den Genitalien konnten die Forscher bei den fossilen Weberknechten auch das bisher älteste von Spinnentieren bekannte Atmungssystem ausmachen. Das Atmungssystem moderner Weberknechte ähnelt ebenfalls stark dem ihrer 400 Millionen Jahre alten Vorfahren. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere schon vor sehr langer Zeit aus dem Wasser an Land gegangen sind und das Atmen erfunden haben.
Rhynie ist seit der Entdeckung der Gesteinsformation im Jahre 1912 eine Fundgrube für Paläontologen. Vor etwa 400 Millionen Jahren lag die Gegend noch weit südlich des Äquators. In von heißen Quellen ausgeschiedenen Mineralien wurden damals unzählige Pflanzen und Tiere eingeschlossen. Aus den daraus entstandenen Formationen stammt eine Reihe der ältesten gut erhaltenen Funde von Gliedertieren.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





