Aber auf dem Parteitag 2011 wurde etwa über Energiepolitik gar nicht erst abgestimmt, weil „beliebtere“ Themen wie Netzpolitik Vorrang hatten.
Das ist ein Manko, doch bei über 600 Anträgen ist es sehr schwer, durchzukommen. Die Umweltpiraten waren immer sehr weit vorne, aber leider nicht weit genug. Wir sind als basisdemokratische Kraft nicht so schnell. Und bei einem Parteitag ist es unrealistisch, so viele Themen abzuarbeiten. Das ist auch einer meiner Pläne für die Zukunft, uns innerparteilich besser zu vernetzen.
Wie muss man sich denn die Arbeit in Ihrer AG Umwelt im Vergleich zu „konventionellen“ Parteien vorstellen?
Bei uns gibt es keine Hinterzimmer oder geheime Absprachen, wir dokumentieren alles in unserem Wiki. Zudem benutzen wir eine spezielle Software, da klinken wir uns online ein und reden über Politik. Und wir führen „Piraten-Pads“, das sind Dokumente, in die jeder gleichzeitig reinschreiben kann. So wird unsere Arbeit transparent, und die Basis bestimmt mit.
Und was steht da zur Umweltpolitik?
Umweltpolitik ist bei uns kein reines Schutzprogramm. Uns geht es also nicht nur darum, wie man einen einzelnen Käfer oder Wald schützt, unsere Politik ist etwas freier angelegt.
Das heißt?
Was beispielsweise konventionelle Parteien als regenerative Energie betrachten, unterscheiden wir noch einmal detaillierter. Für uns gibt es einmal erneuerbare Energieträger wie Wälder und Biomasse, und außerdem generative Ressourcen wie die Sonne, Wind und die Geothermie. Während man bei den erneuerbaren im Kreislauf wirtschaften sollte, also nur den Zuwachs, nicht aber die Substanz verbrauchen, wollen wir die generativen Quellen so massiv wie möglich ausbeuten, etwa mit einem stärkeren Anteil der Photovoltaik.
Und Sie möchten aus der Kernenergie aussteigen. Reicht unsere Sonneneinstrahlung, um das Land zum großen Anteil durch Photovoltaik zu versorgen?
Wir sind davon überzeugt. Photovoltaik wird immer billiger, wir haben unglaublich viele Flächen, wo man das anwenden kann, etwa Fassaden mit Folien beschichten, die Dächer von Autos nutzen – da ergibt sich ein unglaubliches Potenzial. Zusätzlich denken wir über Speicherkonzepte nach: Wir diskutieren über die Möglichkeit, mit Strom Methan zu erzeugen und dieses ins Erdgasnetz einzuspeisen. Das ist eine CO 2-neutrale Technologie.





