Obwohl Schwarze Löcher aufgrund ihrer gewaltigen Gravitation Materie und sogar Licht verschlingen, sind die in den eingefangenen Teilchen gespeicherten Informationen nicht für immer verloren: Einer theoretischen Studie des Physikers Seth Lloyd vom Massachusetts Institute of Technology nach sind die Informationen nämlich mit der von dem Schwarzen Loch abgegebenen Hawking-Strahlung quantenverschränkt. Aus diesem Grund könnten sie sich möglicherweise zum größten Teil aus der Strahlung rekonstruieren lassen.
Einzelne Atome oder Photonen können Informationen durch die Projektionen ihrer Spins oder in ihrer Polarisation speichern. Wenn die Teilchen durch die Raumkrümmung in der Umgebung eines Schwarzen Lochs in den Ereignishorizont hineingesaugt werden und dort verschwinden, sollten die von ihnen codierten Daten daher für die Außenwelt für immer unzugänglich sein.
Da Schwarze Löcher allerdings eine Temperatur aufweisen, geben sie ständig Wärmestrahlung vom Rand ihres Ereignishorizonts ab. Lloyds Studie zufolge sind die Photonen dieser so genannten Hawking-Strahlung mit den Informationen speichernden, eingefangenen Teilchen des Lochs quantenmechanisch gekoppelt. Obwohl also auf die ursprünglichen Datenträger nicht mehr zugegriffen werden kann, lässt sich dennoch ein Großteil der Daten mittels der Hawking-Strahlung rekonstruieren.
Diese Entdeckung könnte unter Umständen Auswirkungen auf bestimmte Eigenschaften einer zukünftigen Theorie der Quantengravitation haben. Ein Schwarzes Loch ist in gewisser Weise ein großer Quantencomputer, so Lloyd. Sobald die Gesetze der Quantengravitation vollständig bekannt sind, könnte sich dieser dann sogar programmieren lassen.
Physical Review Letters (Band 96 Artikel 061302) Stefan Maier





