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Gefahr für Hunde: Von Zecken übertragener Blutparasit breitet sich aus
Gesundheit & Medizin

Gefahr für Hunde: Von Zecken übertragener Blutparasit breitet sich aus

Die nach Deutschland eingeschleppte Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) kann den Erreger der gefährlichen Hunde-Babesiose übertragen. · Foto: © Avalon_Studio/ iStock

Zeckenbiss mit Folgen: Durch den Klimawandel hat auch die Gefahr einer von Zecken übertragenen Hundekrankheit zugenommen – der Hunde-Babesiose. Sie wird von einem einzelligen Blutparasit verursacht, der mit dem Biss der eingeschleppten Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) auf Hunde übertragen wird. Unbehandelt kann die Hunde-Babesiose tödlich enden. Tiermediziner raten daher, Hunde durch Zeckenschutz-Präparate ganzjährig vor Zeckenbissen zu schützen.
Autor
Nadja Podbregar
02. Juli 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Begünstigt durch den Klimawandel und immer mildere Winter breiten sich in Deutschland zunehmend Blutsauger aus südlichen Gefilden aus. Beispiele sind die Asiatische Tigermücke und Buschmücke, die Tropenzecke Hyalomma, die Braune Hundezecke oder Buntzecken der Gattung Dermacentor. Das Problem: Viele dieser ursprünglich tropischen Zecken- und Mückenarten können Parasiten und Krankheitserreger übertragen, die für Menschen und Tiere gefährlich werden können.

Wiesenzecke: Erreger an Bord

Ein solcher Fall ist die in den 1970er Jahren nach Deutschland eingeschleppte Buntzecke Dermacentor reticulatus. Dieser auch als Wiesenzecke bekannte Blutsauger hat sich in den letzten rund 15 Jahren stark ausgebreitet und kommt jetzt fast überall in Deutschland vor. Die an einem bräunlichen, hell gefleckten Rückenschild erkennbare Zeckenart kommt in Langgraswiesen, an Waldrändern und in lichten Wäldern vor. Sie kann uns Menschen stechen, saugt aber vor allem das Blut von Wild- oder Haustieren.

Das Problem: Die Wiesenzecke kann gleich mehrere Krankheiten übertragen. Menschen können sich in seltenen Fällen durch ihren Biss mit dem Q-Fieber infizieren, das grippeähnliche Symptome auslöst. Gravierender ist die Übertragung der Tularämie, auch als Hasenpest bekannt. Diese bakterielle Infektion nimmt oft einen schweren Verlauf und kann tödlich enden. Allerdings werden wir Menschen nur selten von dieser Zecke gestochen, weil wir nicht ihre Hauptwirte sind.

Für Hunde gefährlicher Blutparasit

Deutlich gefährlicher ist der Biss der Wiesenzecke jedoch für Hunde. Sie können sich durch den Zeckenbiss mit dem einzelligen Blutparasiten Babesia canis infizieren. Diese Parasiten befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Die Folge sind Blutarmut, Fieber, Erschöpfung und Gewichtsverlust. Später kommen Entzündungen, Organschäden und Ödeme hinzu. Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die Erkrankung oft tödlich.

Babesia canis

Der Blutparasit Babesia canis befällt und zerstört die roten Blutkörperchen. — © Freie Universität Berlin/ Parasitologie, Tropenvet.-med

„Wer einmal einen akut an Babesiose erkrankten Hund gesehen hat, wird nicht vergessen, wie sehr die Tiere leiden“, sagt Veterinärmediziner Georg von Samson-Himmelstjerna von der Freien Universität Berlin um. Er und sein Team haben in den letzten Jahren vermehrt Hunde mit Babesiose in der Kleintierklinik der Universität diagnostiziert und behandelt. Sie raten daher Hundebesitzern, bei entsprechenden Symptomen ihres Tieres, insbesondere nach einem Zeckenbiss, einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann die Babesiose durch Analyse einer Blutprobe diagnostizieren.

So kann man den Hund schützen

Die Tiermediziner raten: Um die Infektion zu vermeiden, sollten Hunde durch entsprechende Abwehrmittel vor Zeckenbissen geschützt werden. „Die gute Nachricht ist: Mit einem kontinuierlich aufgefrischten Zeckenschutz lässt sich eine Erkrankung zuverlässig vermeiden“, sagt von Samson-Himmelstjerna. Zeckenschutz-Präparate für Hunde gibt es als Hundehalsband, Auftropfbehandlung, (Kau-) Tabletten oder Injektion. Je nach Produkt hält die Wirkung zwischen einem Monat und einem Jahr an.

Da die Wiesenzecke ganzjährig aktiv sein kann, empfehlen Wissenschaftler einen Zeckenschutz für Hunde über das gesamte Jahr hinweg. Von vermeintlich „natürlichen“ Schutzmitteln wie Kokosöl, Knoblauch oder ätherischen Ölen raten sie hingegen ab. Die Wirksamkeit solcher Hausmittel gegen Zecken sei nicht ausreichend belegt; einzelne Produkte können zudem gesundheitsschädlich für Hunde sein.

Quelle: Freie Universität Berlin

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