„Schwangerschaft ist keine Krankheit“, sagt der Volksmund und will damit ausdrücken, dass es nicht notwendig sei, Schwangere übermäßig mit Samthandschuhen anzufassen. Doch so sehr diese Aussage auch in vielerlei Hinsicht stimmen mag, Schwangerschaft kann durchaus eine Krankheit sein – zumindest aber die Wurzel dafür. Und damit ist nicht nur der seit Urzeiten komplizierte und schmerzhafte Geburtsvorgang an sich gemeint, sondern vor allem Probleme, die sich daraus ergeben und sich erst in der postnatalen Phase voll manifestieren. Der folgende Artikel möchte einen kleinen Einblick auf die häufigsten Ausprägungen geben.
Postnatale Depression
Betrachtet man Schwangerschaft und Geburtsprozess losgelöst vom Physischen, muss man feststellen, dass es sich dabei um einen erheblichen Eingriff in die Psyche handelt. Dahinter stecken mehrere Wirkmechanismen:
Tatsächlich geht die Forschung davon aus, dass bis zu 50 Prozent aller Gebärdenden unmittelbar nach der Geburt eine leichte Depression, besser bekannt als postnataler Blues, entwickeln. Bei immerhin 15 Prozent steigert sich dies zu einer ausgewachsenen, behandlungsbedürftigen postnatalen Depression (PPD). Und ein verschwindend geringer Prozentsatz entwickelt zudem auch eine Psychose mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen.
Restless Legs Syndrom
In den vergangenen Jahrzehnten stellen Mediziner, vor allem in „Erstwelt-Ländern“ eine Zunahme von Fällen des Restless Legs Syndroms bei Neu-Müttern fest. Dies wurde zunächst mit den üblichen Hintergründen des Syndroms zu erklären versucht, vor allem Eisen- und Folsäuremangel sowie ein zu geringer Vitamin B12 Spiegel.





