Gallensteine werden durch Bewegungsarmut und Übergewicht begünstigt. Doch Vorsicht vor Diäten, denn sie können die schmerzhaften Steine erst recht auslösen. Das ist das Ergebnis wissenschaftlich abgesicherter Studien, die Frank Lammert von der Universität Aachen analysiert und in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift vorgestellt hat. Für eine „evidenzbasierte Prävention” von Gallensteinen rät der Experte, niemals mehr als ein Kilogramm pro Woche abzunehmen.
Der Hintergrund: Wenn die Gallenflüssigkeit zu viel Cholesterin oder Bilirubin enthält, fallen diese Substanzen als Kristalle aus und bilden schließlich Steine. Bei jährlich 150 000 Deutschen muss deswegen die Gallenblase entfernt werden. Betroffen sind vor allem Übergewichtige. Doch eine Diät, besonders wenn sie fettarm ist, kann den Abfluss der Gallenflüssigkeit herauszögern. Denn die Gallenblase schüttet ihre verdauungsfördernden Säfte vor allem dann aus, wenn Fett im Dünndarm ankommt. Je seltener die Blase entleert wird, desto eher bilden sich die gefährlichen Kristalle.
So steigt die Rate von neuen Gallensteinen um fast 50 Prozent, wenn Menschen mehr als sieben Kilogramm pro Monat abnehmen. Nahezu jeder Dritte, der eine Diät mit weniger als drei Gramm Fett täglich macht, bekommt Gallensteine. Durch Studien gesichert ist, dass neben Medikamenten vor allem regelmäßige Bewegung die Bildung der Kristalle verhindert.





