Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat in einer Presseerklärung ihre Absicht bekannt gegeben, die im Jahre 1989 auf den Weg geschickte Jupitersonde Galileo mittels eines kontrollierten Absturzes in die Jupiteratmosphäre zu zerstören. Die Sonde hat ihre geplante Laufzeit bereits um ein Dreifaches überlebt und wird in einer ihrer letzten Missionen den Jupitermond Io mit bisher unerreichter Genauigkeit untersuchen.
Am 17. Januar soll die Sonde nach dem Willen des Kontrollteams der Nasa in einer Höhe von nur 100 Kilometern über der Oberfläche des Jupitermondes Io vorbeifliegen und Veränderungen in deren Topographie im Vergleich zu früheren Beobachtungen untersuchen.
Die Oberfläche dieses Jupitermondes ist mit einer Vielzahl von Vulkanen übersäht und wurde im Jahre 1979 zum ersten Mal von der Voyager-Sonde untersucht. Galileo selbst ist während ihrer dreiunddreißig Umrundungen Jupiters bereits sechs Mal an Io vorbeigeflogen ? jedoch niemals so nahe an dessen Oberfläche, wie es für diesen Donnerstag geplant ist. Dabei wird die Sonde auch die elektromagnetischen Felder des Mondes untersuchen.
Den Plänen der Nasa nach wird die Sonde nach dieser Mission im November 2002 zum ersten Mal in die Nähe des inneren Jupitermondes Amalthea gelangen, um dann im September 2003 in die Atmosphäre Jupiters einzutreten und von den dort herrschenden enormen Drücken zerdrückt zu werden. Um die zwar nur marginale Möglichkeit auszuschließen, dass Galileo auf die Oberfläche des Jupitermondes Europa stürzen könnte, sieht sich die Nasa zu diesem spektakulären Tod der Sonde gezwungen. Da dieser Mond Untersuchungen der Galileosonde zu Folge einen Ozean aus Salzwasser unter seiner gefrorenen Oberfläche beherbergt ? und damit möglicherweise Leben – will die Nasa ihn unberührt lassen und nicht dem Absturz einer Sonde aussetzen.
Im Laufe der Operationsjahre haben die Instrumente an Bord der Galileosonde zunehmend Strahlungsschäden erlitten. Obwohl eine ihrer Kameras seit dem Jahre 2000 ab und zu Funktionsstörungen aufweist, wird Galileo bis zu ihrem Ende weiterhin wertvolle Informationen über die Umgebung des Jupiters sammeln. Diese Sonde verkörpert damit eines der erfolgreichsten Projekte der Nasa der letzten Jahre.
Stefan Maier





