Im Zentrum fast aller Galaxien befindet sich ein massives Schwarzes Loch. “Das eine ist ohne das andere kaum denkbar”, berichtete der Astronom Douglas Richstone am Montag auf der Tagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in San Francisco. Der Forscher von der University of Michigan entdeckte im Herzen von 29 der 30 untersuchten Galaxien ein Schwarzes Loch.
Die Anwesenheit dieser kosmischen Staubsauger enthüllte sich durch abrupte Geschwindigkeitsänderungen von Sternen, die um das Galaxienzentrum kreisten. Mit Hilfe der Geschwindigkeitsänderungen konnte Richstone auch die Masse der Schwarzen Löcher bestimmen. “Sie scheint mit der Masse des zentralen Teils der Galaxis zusammenzuhängen”, sagte Richstone: Je mehr Masse sich im Kern einer Galaxis balle, desto schwerer sei auch das Schwarze Loch, das dort sitzt.
Schwarze Löcher muss es schon relativ früh in der Geschichte des Weltalls gegeben haben, berichtete Richstone weiter: “Es gab sie schon auf dem Höhepunkt der Quasar-Periode, als das Universum erst eine Million Jahre alt war und bevor sich in den Vorläufern der Galaxien Sterne gebildet hatten.” Die massiven Schwarzen Löcher im Zentrum von Galaxien seien Überreste von Quasaren – Himmelskörpern mit der Leuchtkraft von Milliarden Sonnen, die jedoch nur eine Ausdehnung wie das innere Sonnensystem bis zur Marsbahn hatten. “Die Entstehung von Sternen und Galaxien kann nicht ohne Schwarze Löcher verstanden werden”, betonte Richstone die Bedeutung der unsichtbaren Monster: ” Sterne und Schwarze Löcher konkurrieren um Masse. Schwarze Löcher beeinflussen den Zustand des interstellaren Gases in jungen Galaxien erheblich.” An der Gesamtmasse einer Galaxie haben Schwarze Löcher allerdings nur einen geringen Anteil: Gerade mal ein Fünfhundertstel der Masse einer Galaxie ist in Schwarzen Löchern konzentriert.
Ute Kehse





