Etwa 30 Prozent der Galaxien, deren Licht bis zu uns sechs Milliarden Jahre oder länger unterwegs war und die dementsprechend alt sind, weisen Strukturen auf, die sich nicht klassifizieren lassen. Das berichten Roberto Abraham von der Universität Toronto und Sidney van den Bergh vom National Research Council of Canada im Fachmagazin Science.
Weil das Licht dieser Galaxien sechs Milliarden Jahre braucht, um zu uns zu gelangen, repräsentieren diese Galaxien eine frühe Entwicklungsphase des Universums. Während von den Galaxien in unserer näheren Umgebung etwa 90 Prozent in das Klassifikationsschema passen, das Edwin Hubble vor rund 80 Jahren vorschlug, lassen sich von diesen frühen Galaxien nur etwa 70 Prozent gemäß diesem Schema klassifizieren.
Bisher reichen weder die Beobachtungsdaten noch die theoretischen Simulationsmöglichkeiten aus, den Entwicklungsstand dieser Galaxien näher zu spezifizieren. Vermutungen gehen von so verschiedenen Dingen wie Protogalaxien oder mehreren miteinander verschmolzenen Galaxien aus.
Abraham und van den Bergh schlagen vor, sich bei Klassifikationsversuchen dieser Galaxien zunächst auf einfach festzustellende Eigenschaften zu beschränken. Dazu zählt beispielsweise die Form der Galaxie oder die Entfernung ihres Kerns vom Mittelpunkt. Ein besseres Verständnis dieser Galaxien würde auch zu einem besseren Verständnis der Entwicklung des Universums führen.
Axel Tillemans





