Interessant an Schramms Ansatz sind weniger diese sattsam bekannten Themenkomplexe als vielmehr das Auswahlkriterium: Schramm behauptet, daß sich diese (und nur diese) fünf fundamentalen Umbrüche in zehn gemeinsamen Merkmalen ähneln, weshalb sie einen historischen Vergleich herausfordern. Schramm nennt hier etwa regionale und zeitliche Reichweite, das Entstehen der Umbrüche an der Peripherie des jeweiligen Kulturraums und ein auf die gesamte Bevölkerung bezogenes Ziel. Bedauerlich ist allerdings, daß Schramm dem fundamentalen Umbruch durch die Frauenemanzipation, wie er in den egalitären Konzepten durchaus angedacht war, viel zuwenig Aufmerksamkeit schenkt.
Ob man Schramms Argumentation folgen möchte oder nicht – anregend sind seine Überlegungen allemal; durch klare Kategorisierungen schlagen sie eine Schneise in das Dickicht scheinbar unüberschaubarer historischer Fakten und fordern zu einem neuen Blick auf die Geschichte der westlichen Welt heraus.
Rezension: Talkenberger, Heike




